Den Blinker, nicht den Scheibenwischer!

Erinnert ihr euch an eure erste Fahrstunde? Die allererste? Die, bevor man mit Papa auf dem Feld geübt hat? (rein hypothetisch natürlich, sowas haben wir nieeeee gemacht…).
Ein nervöses Lächeln, mit totaler Coolness überspielt, schweißnasse Hände (natürlich nur, weil es einfach tierisch warm ist…) und ein eindeutig beschleunigter Herzschlag (schließlich sitzt die Angebetete neben mir… 😉
Ja, so fühlt es sich an, wenn man das erste Mal auf der rechten Seite des Autos hinter dem Lenker sitzt und auf der linken Seite der Straße fahren muss. Wir haben schon extra einen Autoverleih ein wenig außerhalb genommen, um nicht zu Anfang gleich durch die ganze Stadt fahren zu müssen – und hatten den tollsten Taxifahrer der Welt, der nicht nur nen echt fairen Preis genommen hat, sondern uns scheinbar mal wieder verängstigt aussendende Mädels (man, wir sind COOL, nicht ängstlich!) bis zum Verleih gebracht hat.

Nun also auf diese furchtbaren Straßen… Ein Auto mit einem Kupplungs-Schleifpunkt i Madagaskar, wahrscheinlich die PS-Zahl von Omas AOK-Schopper und das am Gas hängt wie mein erstes Bobby-Car – Dreams came true…
Aus dem Parkhaus raus, stürzten wir uns ins Abenteuer. „Augen zu und durch“ traf es ganz gut… Wenn wir uns an einer Ampel an den Vordermann hingen, um nicht den Anschluss zu verlieren (merke, immer wem hinterher fahren, die wissen, wie man wieder auf „die falsche Seite“ kommt), kam der Gegenverkehr hin und wieder ziemlich nah. Und getreu nach dem Kinder-Motto „wenn ich dich nicht sehe, siehst du mich auch nicht“, haben wir hin und wieder einfach die Augen geschlossen und aufs Gas getreten. Naja, ich hab aufs Gas getreten, Aline hat die Augen noch ein wenig fester geschlossen…
Und dann die Sache mit dem Abbiegen… Freunde, der Blinker ist auf der falschen Seite! Da, wo der gemeine Europäer das Ding vermutet, ist der Scheibenwischer! Ich glaube, das arme Scheibenwischermotorchen musste noch nie im Leben so viel arbeiten wie heute… Schwungvoll wie normalerweise den Blinker, wurde also ständig der Scheibenwischer gesetzt. Dass die Dinger nicht irgendwann ihren Dienst quittiert haben und dem Hintermann auf die Scheiben geflogen sind, grenzt eigentlich an ein Wunder… Obwohl, hätten sie verdient, die hupen nämlich alle ständig… (Könnte wohl am Fahrstil liegen…).

Nun sind wir in Pretoria und machen uns morgen auf nach Nelspruit, um in die Nähe vom Krügerpark zu kommen. Wollten wir eigentlich heute, da aber gestern das Lammcurry uns die ganze Nacht lang lustige Geschichten erzählt hat, wollten wir heute dann doch keine fünf Stunden Auto fahren…

Achja, der Weg nach Pretoria… Erst mal piept unser Auto ständig! Von Terrorwarnungen und Nazibedrohungen vollkommen verunsichert (man weiß ja nie, welche Kulturen die braunen Schmalspur-Glatzköpfe noch so infiltrieren), dachten wir an die Kofferraumbombe. Kommt, von der Kofferbombe zur Kofferraumbombe isses nicht so weit. Okay, genug Blödsinn… War nur das komische Mautsystem der Autobahn. Irgendwie wirft man hier keine Münze ins Becherchen und fährt dann durch eine Schranke, sondern das geht über irgend ein System im Auto – jedenfalls glauben wir das. Sonst sind wir eben ab morgen die meist gesuchten deutschen Maut-Zechenpreller Südafrikas!

Und unser Karma-Highlight! Kurz vor Pretoria quittiert unser Navi den Dienst. Kein Strom, weil der blöden Zigarettenanzünder nicht funktioniert. Wir haben also keine Ahnung, wohin wir müssen. Alines Augen weiten sich erst auf Sailormoon-Größe (ihr wisst, diese komische Manga-Serie… Gab’s in meiner Kindheit, habe ich immer heimlich geschaut, wenn Muddi aus dem Haus war). Dann kam Panik. Oh Gott, fast verloren, kein Weg zurück, keine Ahnung, wohin vorwärts. (Ich möchte nochmal betonen,wir sind in der Hauptstadt Südafrikas. Stimmt, da gibt’s keine Tankstellen, keine Menschen, kein nichts. Der kleine Kentucky Fried Chicken zu unserer Rechten wurde ignoriert.)
Aber, gutes Karma! Wir kamen DIREKT an einem Kia-Autohaus vorbei. Für den unfassbar hilfsbereiten Kia-Mitarbeiter waren das drei Handgriffe, und das Ding lief!

Fazit das Tages: das Auto hatte sicher noch nie saubere Scheiben und Fliegen knacken wie ein Stück trockener Ast, wenn sie in so ein elektrisches Fliegenfangdings fliegen. Diese Idioten…

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2 Gedanken zu „Den Blinker, nicht den Scheibenwischer!

  1. Olli sagt:

    Abbiege Erfahrungen die jeder in SA machen muß !! Ich hab´s Gott sei Dank schon hinter mir !!!
    Euch weiter viel Spaß im Krüger Park, und Daumen drücken das ihr die Big Five vor die Linse bekommt.

    • Team A&I sagt:

      Morgen machen wir uns auf den Weg in den Park. Und wehe, das Nashorn nimmt uns die Vorfahrt!
      Ein erstes Bild mit dem Göffel gibt’s auch schon, das folgt, sobald wir unsere Kamera irgendwo anschließen können!

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