Archiv für den Monat November 2013

Kleider machen Bräute

So fühlt es sich also an: die Verstofflichung der Gedanken im wahrsten Sinne des Wortes.

Da saß ich nun also gestern abend tatsächlich in den Altbau-Räumlichkeiten einer Schneiderin und hielt das erste Mal ein Stück Stoff in der Hand, das in einem halben Jahr hoffentlich für Schnappatmung oder zumindest einem breites Grinsen bei meiner Zukünftigen sorgen wird. Das Hochzeitskleid. Dass ich mir allerdings dort einmal derart intensive Gedanken drüber machen würde und es auch noch mit einem ständigen, leicht grenzdebilen Grinsen tun würde, hätte ich wirklich nicht gedacht. Aber hey, manchmal lernen eben auch Fische das Fahrrad fahren.

Zurück aber zum Geschehen. Mit Begriffen um sich werfend wie – Gott, ich kann die noch nicht einmal wieder geben – entstand vor ihrem geistigen Auge nun also ein Kleid. Ich war allerdings versucht, für jeden Begriff, den ich nicht verstand, ihr einfach ein Marketingwort entgegen zu schleudern: „und dann lassen wir es unten in Godet-Form auslaufen“ – jaja, Below-the-Line-Marketing, „oder wir nehmen Doupion-Seide…“ – ha, ich nehm nen TKP – Touché!

Mein Grinsen wurde also mit jeder Minute breiter, in der das Kleid in ihrer Fantasie wuchs. Wagen wir also an dieser Stelle einen Kopfsprung – oder eher eine Arschbombe – mitten in die Klischeekiste: Da werde ich nun also in nicht allzu ferner Zeit auf einem geschmackvoll aufgearbeiteten Sofa sitzen und mit Muddi (denn die darf natürlich nicht fehlen) und meiner Schneiderin beraten, in welches Kleid ich mich nun also stecken lasse. Meine Mum wird mir sämtliche Farben des Regenbogens vorschlagen (vornehmlich orange), die Schneiderin wird versuchen, so viel Avantgarde wie möglich in meinem Kleid unterzubringen und ich werde versuchen, nachher nicht wie eine kleines Bonbon auszusehen.

Wir lassen uns überraschen 🙂

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