Archiv für den Monat August 2012

Vom Bahnhof in die Welt

Mein erster Gedanke beim betreten des Hauptbahnhofes: hui, ganz schön ausgeprägte Homo-Quote hier. Achja, der CSD ist in der Stadt und morgen steht einmal mehr der Regenbogen über Hamburg. Wird sicher recht warm werden… (als Anhänger dieser Truppe darf ich solche Witze reißen 😉
Jedenfalls sitze ich hier so am Bahnsteig und warte auf den verspäteten (was auch sonst) Zug einer Freundin. Aber heute keine Geschichte über bräsige Bahnbedienstete oder muffigen Mitfahrer.
Sondern Gedanken zum temporären Abschied. „Ich bin ja nicht aus der Welt“ habe ich in letzter Zeit sehr häufig genutzt. Naja, aber ganz ehrlich, viel weiter weg von Zuhause geht auch nicht, sonst bin ich quasi schon wieder näher dran. Und ich lasse für ein halbes Jahr meine geliebte Stadt und meine sehr lieb gewonnenen Freunde zurück.
Und meine Familie. Nicht mehr jeden Abend ein Telefonat mit den Sätzen „was hast du heute gegessen?“ oder „bist du mal wieder krank, du hörst dich so verschnupft an?“. Nicht 15 Mails mit detaillierten Vergleichs-Berichten, weil man um die „zügige“ Anschaffung einer externen Festplatte gebeten hat (O-Ton: „bitte Papa, nicht überlegen, einfach irgend eine kaufen! Die muss weder bügeln können, noch meine Wohnung aufräumen; nur Daten festhalten!“)

Aber im Gegenzug zum „ziehen lassen“ gibt es eine Tochter, die eine weitere Zehenspitze Richtung Eigenständigkeit auf den Boden der Tatsachen stellt; bei der die Ohren Besuch vom breiten Grinsen bekommen, wenn sie an 6,5 Monate in ranzigen Hostels und undichten Zelten denkt.
Ihr Lieben, der Abschied fällt schwer, das Wiedersehen wird dafür umso schöner. Denn Vermissen zeigt eines: dass der Andere von Bedeutung ist.

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Hochleistungssport 2.0

So langsam werde ich auch ohne Sport total fit für unsere Reise, denn in den vergangenen Tagen habe ich auf jeden Fall mehr Adrenalin freigesetzt als jeder Basejumper und doppelt so viele Schweißperlen produziert wie jeder zweite Leistungssaunierer. Besonders aufregend war aber der heutige Tag. Heute morgen bereits völlig verwirrt aufgewacht, machte ich mich auf den Weg zur Arbeit, wo ich orientierungslos (Sweets, ich hoffe das hat nicht von dir abgefärbt!) zwischen Kaffeemaschine und Computer umher irrte. Und dabei hatte ich doch einen Plan. Lage- und Fluchtplan waren bis ins Detail geplant und sowohl meine Nerven, als auch die meiner entzückenden Frau lagen stundenlang blank. Dann schlug es 11Uhr und ich dachte „Jetzt kann es losgehen!“. Weit gefehlt. Freunde, wir sind in der Werbung.. Timings sind dazu da gekonnt ignoriert zu werden. Und so kam eins zum andern und ich saß erst knappe zwei Stunden später im Büro mit Alsterblick.

Bei NJOY gibt es seit Kurzem den „Hose-Runter-Freitag“. Finde ich ganz lustig und hätte ich auch gern gemacht. Im übertragenen Sinne (@ Janna, das ist das mit den Bildern 😉 ) habe ich heute auf jeden Fall blank gezogen. Ich habe gekündigt! Jawohl. Und es fühlt sich verdammt gut an. Ja, ich werde mein Muckelchen schmerzlich vermissen. Sehr sogar. Über 560 Tage sind es bis jetzt. Jeden davon haben wir gemeinsam in pinken Plüsch getaucht und haben uns die Werbewelt verglitzert. Ich habe unfassbar viel gelernt. Am meisten menschliches. Aber für das sentimentale und auch das Pipi in den Augen wird später noch Zeit sein! Jetzt wollen wir anstoßen. Auf Mut. Auf Freundschaft. Auf Verlässlichkeit. Auf Veränderung. Auf alles was noch kommen wird.

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