Let me drink about it

Während die guten Chancen woanders ergriffen werden, sind wir zu sehr damit beschäftigt mit unserer Dauerproduktivität das zu versauen worauf wir eigentlich hinarbeiten: ein Leben. Jegliche Adjektive klammere ich aus, da ich mich in der Begrenzung meines Wortschatzes übe. Nicht, dass jemand das Ende nicht liest, weil die magischen 2.300 Wörter der akademischen Textur überschritten sind.

In der Schule lernte man sich allen Anforderungen anzupassen, besonders wenn sie mehr als absurd erscheinen. Fremdbestimmung und reaktives Handeln führten als Generäle die Lemminge an. Den eigenen Kompass im Kopf wieder zu finden erschien schier undenkbar. Heute ist der Kompass dem integrierten Ortungsdienst gewichen und berechnet die kürzeste Route zum geistlosen Reaktionismus. Der unscharfe Hintergrund um das 5 Zoll große Display nennt sich Leben – ein in die Jahre gekommener Zustand, den es zu überdauern gilt. Von morgens bis abends starren wir auf hinterleuchtete Mattscheiben, die uns diktieren wohin die Reise geht. Herrlich pragmatisch erarbeiten wir uns das Geld mit dem wir guten Gewissens die Reparatur unserer selbst finanzieren. Wir bilden uns weiter, um noch schneller, noch höher zu klettern. Schwören auf rein biologische Ballaststoffe, die uns in nur 3 Minuten zwei Mahlzeiten ersetzen, denn die Zeit ist knapp. Und Verknappung verkauft. Zum Selbstkostenpreis. Wofür? Um unseren Kindern später zu raten etwas vernünftiges zu werden. Solide. Nicht so wie man selbst.

Man bringt uns bei sich kaputt zu machen damit das System funktioniert. Kontinuierliche Erreichbarkeit schafft innige Bindungen sowohl zum Mobilfunkanbieter als auch zum Kunden, sagt man. Wir müssen kommunizieren, schließlich steht das auf dem Schild am Empfang. Der Terminus will eben wohl terminiert sein. Hirntot rennt man also der Leitkuh hinterher, den Spendeausweis gezückt, so dass auch das letzte funktionierende Sinnesorgan noch verschachert werden kann. Aber low-budget versteht sich, sonst könnte man ja auch woanders hingehen. Mit Druck entstehen schließlich Diamanten.

Ein Erwachen aus der Lethargie wird ausgeschlossen, da Koffeindosen im vierstelligen Bereich ohnehin den Schlaf verhindern. Eine weitere dienliche Nebenwirkung für die Steigerung der Dauerbespaßung. Und so frönen wir dem Dasein der elitären Mittelschicht während man in China lustig Säcke umwirft.

Habt Profil anstatt nur welche zu adden. Seid weiterhin großartig. Seid einfach der Hammer! Nicht der Nagel.

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Ein Gedanke zu „Let me drink about it

  1. Gunter sagt:

    Word!!!! (texted on my mobile device) ;))

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